Die Pazyryk-Kultur im Bereich des heutigen Altai-Gebirges bestand offenbar aus verschiedenen Kulturarealen. Deshalb weisen die verschiedenen Kleidungsstile zwar Gemeinsamkeiten auf, zeigen aber auch Eigenheiten im Detail. Die Gräber von Pazyryk wurden durch ihre durch den Permafrost ausgezeichnet konservierten Funde bekannt, unter denen sich auch viele Objekte aus organischem Material (Textil, Leder, Holz, Horn, …) befanden. Die hier gezeigte Darstellung ist in das späte 5. und 4. Jh. v. d. Z. einzuordnen. Alle Komponenten wurden im namensgebenden Grab Pazyryk II gefunden, das einige der reichsten und eindrucksvollsten Artefakte der Pazyryk-Kultur barg. In diesem Grabhügel war die Elite der Nomaden des Altai bestattet, unter anderem verschiedene Frauen mit mehreren Kleidungssätzen, aus denen wir die Vorlagen für diese Darstellung entlehnt haben. Ob die einzelnen Komponenten also je in dieser Kombination getragen wurden, ist daher unklar. Da bei Darstellungen der Pazyryk-Kultur in der Regel nur solche Funde berücksichtigt werden, bei denen eine präzise Zusammenstellung von Kleidung und Ausrüstungsgegenständen direkt am Toten, also in zweifelsfreier Kombination, nachgewiesen werden kann, finden manche Grabbeigaben kaum Beachtung. Präsent sind in der Regel nur jene Darstellungen, die z.B. durch zeichnerische Rekonstruktionen publiziert und verbreitet werden. Die hier gezeigte Zusammenstellung ermöglicht unter Berücksichtigung der vorhandenen Kleidungsstücke und möglichen Varianten einen weiteren neuen Blickwinkel auf die Mode der Pazyryk-Kultur und wirkt dem falschen Eindruck vermeintlicher Uniformität bzw. Gleichartigkeit in der Kleidung der antiken Nomaden entgegen.

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Literatur:
Sembach, Klaus-Jürgen und Gottfried von Haeseler (Hg.) (1984): Gold der Skythen aus der Leningrader Eremitage. München: Staatliche Antikensammlung und Glyptothek. Polos’mak, Natal’ja und L. Barkova (2005): Kostjum i tekstil’ pazyrykzev Altaja. Novosibirsk: Infolio. Rudenko, Sergei I. (1970): Frozen Tombs of Siberia. The Pazyryk Burials of Iron Age Horsemen. London: J.M. Dent & Sons Ltd.