Soweit nicht anders angegeben handelt es sich bei den gezeigten Stücken um Reproduktionen des Originalzustandes. Wurden Elemente wie Farbe, Objektbestandteile etc. von uns hinzugefügt, wird darauf hingewiesen.

 


k-img_7394 Stiefel

Die vergleichsweise kurzen Stiefel waren nur 25 cm hoch und mit Leopardenfell auf der Außenseite verziert. Das dunkle Oberleder an den Füßen war an der Vorderseite in Falten gelegt und mittels eines roten Wollbandes an den Schaft genäht. Die Sohle war angenäht und mit einem floralen Muster in Kordelstickerei verziert, an der sich Reste von Zinn- und Goldfolie erhielten.
Um das Kleidungsstück für unsere Zwecke praktisch zu gestalten, werden wir Socke und Schuh getrennt arbeiten.

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Literatur:
Rudenko 1970: 95f., Pl. 155D.
Polos’mak und Barkova 2005: 96.


pazyryk-ii-4 Tasche

Es gibt nur wenige Taschenfunde im Milieu der eurasischen Nomaden der Antike, doch in den Permafrostgräbern der Pazyryk-Kultur blieben einige Funde erhalten. Eine interessante Konstruktion wurde in Pazyryk II gefunden. Zwei Taschendeckel umschließen einen Beutel aus weichem Leder im Innern, in dem Koriandersamen lagen. Durch einen schmalen Riemen konnten beide Lederdeckel zusammen gezogen werden und so den eingenähten Beutel verschließen. Auf der Außenseite war Leopardenfell (welches wir durch gefärbtes Kaninchenfell ersetzt haben) und ein Saum aus rotem Filz angebracht. Darauf waren kleine Vogelplaketten aus Kupfer angenäht, die vergoldet waren.

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Literatur:
Rudenko 1970: 75f., Pl. 153A.


k-img_7414 Rock

Zur Frauentracht der Pazyryk-Kultur gehörten lange Röcke, die unter dem Hemd getragen wurden. Sie waren aus verschiedenen Stoffstreifen zusammen gesetzt, wie auch der Rock aus dem zweiten Kurgan von Pazyryk, der aus roten und gemusterten Textilsegmenten bestand.

 

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Literatur:
Polos’mak und Barkova 2005: 62-67.
Sembach und von Haeseler 1984: 194f.


wm-pazyryk-ii-hut_01 Hut

Spitze und hohe Kopfbedeckungen haben bei den skythenzeitlichen Nomaden eine lange Tradition und treten im Osten des Steppengürtels immer wieder im Zusammenhang mit reich ausgestatteten Gräbern auf, wie z.B. auch im Falle der „Ukok-Prinzessin“ [Link]. Der hier gezeigte Hut wurde zuerst als Socke fehlinterpretiert. Er war aus Filz gefertigt, ursprünglich von dunkelroter Farbe und über 80 cm lang. Auf der Krempe waren kleine Scheiben aus Leder angebracht, die mit Blattgold belegt waren.

 

 

 

 

 

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Literatur:
Polos’mak und Barkova 2005: 76.
Rudenko 1970: 93-96.

 


k-img_7409 Seidenhemd (Skythisch; Nymphaion Grab 6; 4. Jh. v. d. Z.)

In den Permafrostgräbern der Pazyryk-Kultur fand man verschiedene Hemden in Frauen- und Männergräbern, die entweder aus Hanf oder Seide gefertigt waren. Sie weisen immer eine ähnliche Erscheinungsform auf, da die Nähte und größtenteils auch die Säume mit Paspeln und Borten überdeckt sind. Die Maße unseres Seidenhemdes sind von einem Original aus Pazyryk übernommen, während die Farbgestaltung keinem Fund zu Grunde liegt, aber unter Berücksichtigung der im Altai-Gebirge gebräuchlichen Farbmittel möglich gewesen wäre.

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Literatur:
Rudenko 1970: 83-85.
Polos’mak und Barkova 2005: 69-71.


wm-pazyryk-ii-guertel_03 Gürtel mit Hähnen

In Kurgan II von Pazyryk fand man ein Riemenfragment aus Leder, auf das lederne Applikationen in Form von Hähnen aufgenäht waren. Diese waren ursprünglich mit Blattgold belegt. Zwei der erhaltenen Hähne blicken nach links, drei nach rechts. Vielleicht handelte es sich bei diesem Objekt um den Teil eines Gürtels, wie wir ihn verwenden. Andere Theorien gehen davon aus, dass es sich auch um den Teil von Pferdegeschirr gehandelt haben könnte.

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Literatur:
Polos’mak und Barkova 2005: 49.
Sembach und von Haeseler 1984: 115.
Rudenko 1970: 100.


Nomadische-Elite_ausst Kordelgürtel

Der Rock der Frau vom Ukok-Plateau [Link] wurde mit einem in Flechttechnik hergestellten Gürtel gehalten, an dessen Enden sich jeweils sechs Quasten befanden. Auch für diese Ausstattung haben wir uns dafür entschieden, einen solchen Gürtel nachzubauen, wobei es sich als unerwartet kompliziert herausstellte, ein derart dichtes und komplexes Gewebe herzustellen, wie es beim Original der Fall war. Nach einigen Versuchen gelang aber durch eine Kombination aus verschiedenen Wirk- und Nähtechniken ein zufriedenstellendes Ergebnis.

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Literatur:
Polos’mak und Barkova 2005: 68.


k-schwarzenacker_2016_0960 Halsreif

Dieser Halsreif stammt aus Pazyryk II und wurde, wie viele Schmuckstücke der Pazyryk-Kultur, größtenteils aus vergoldetem Holz hergestellt. Die sechs plastisch ausgearbeiteten Fabelwesen mit Flügeln und Hörnern waren an einem Reif aus vergoldetem Kupfer angebracht (wir haben stattdessen Messing verwendet), der sich vorn öffnen ließ.

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Literatur:
Rudenko 1970: 107f.