4./3. Jh. v. d. Z.

Die Pazyryk-Kultur im Bereich des heutigen Altai-Gebirges bestand offenbar aus verschiedenen Kulturarealen. Deshalb weisen die verschiedenen Kleidungsstile zwar Gemeinsamkeiten auf, zeigen aber auch Eigenheiten im Detail. Die Gräber von Pazyryk wurden durch ihre durch den Permafrost ausgezeichnet konservierten Funde bekannt, unter denen sich auch viele Objekte aus organischem Material (Textil, Leder, Holz, Horn, …) befanden. Die hier gezeigte Darstellung ist in das späte 5. und 4. Jh. v. d. Z. einzuordnen. Bis auf die Kopfbedeckung wurden alle Komponenten auf einem Wandbehang aus Filz in dem namensgebenden Grab Pazyryk 5 dargestellt In den Pazyryk-Grabhügeln war die Elite der Nomaden des Altai bestattet. Die Grabkammer des Kurgan 5 war mit einem Filzbehang ausgeschmückt, auf dem mehrfach die Abbildung eines Reiters zu sehen ist, der zu Pferd einer Gottheit (?) entgegentritt – eine der wenigen Abbildungen von Personen aus der materiellen Kultur der Pazyryk-Kultur. Ob die einzelnen Komponenten je in dieser Kombination getragen wurden, ist unklar. Da bei Darstellungen der Pazyryk-Kultur in der Regel nur solche Funde berücksichtigt werden, bei denen eine präzise Zusammenstellung von Kleidung und Ausrüstungsgegenständen direkt am Toten, also in zweifelsfreier Kombination, nachgewiesen werden kann, finden manche Grabbeigaben kaum Beachtung. Präsent sind in der Regel nur jene Darstellungen, die z.B. durch zeichnerische Rekonstruktionen publiziert und verbreitet werden. Die hier gezeigte Zusammenstellung ermöglicht, unter Berücksichtigung der vorhandenen Kleidungsstücke und möglichen Varianten, einen weiteren neuen Blickwinkel auf die Mode der Pazyryk-Kultur und wirkt dem falschen Eindruck vermeintlicher Uniformität bzw. Gleichartigkeit in der Kleidung der antiken Nomaden entgegen.

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Originalwandbehang in der Eremitage St. Petersburg mit Darstellung des Reiterkriegers.

Bildausschnitt des Wandbehangs